Während die Zahl der Touristen in Bulgarien zurückgeht, wächst die Anzahl der Hotels stetig. Die Fremdenverkehrsbranche fordert steuerliche Vergünstigungen.
Die Zahl der Unterkünfte mit mehr als zehn Betten ist nach Angabe der Nationalen Statistikbehörde im zweiten Quartal dieses Jahres von 115 auf 3015 gestiegen und damit förmlich explodiert. Mit diesem Wissen erscheint die Forderung des bulgarischen Fremdenverkehrs nach staatlicher Entlastung mit Begründung der Wirtschaftskrise absurd. Doch das Problem ist, dass die Hotels bereits vor der Krise geplant waren und nun lediglich fertig gestellt wurden. Gleichzeitig verbringen deutlicher weniger Touristen ihren Urlaub in Bulgarien: Ebenfalls im zweiten Quartal kamen nur noch 1,15 Millionen Besucher und damit 13 Prozent weniger als im Vorjahresquartal.
Tourismusbranche fordert Steuererlasse
So erscheint die Forderung der Hoteliers nicht mehr so abwegig. Die Vereinigung der bulgarischen Reisebüros (BATA) hat daher den Vorschlag gemacht, einheimischen Touristen Steuererlass zu gewähren. Das heißt, wenn Bulgaren in Bulgarien Urlaub machen, sollen sie rückwirkend Steuern erlassen bekommen. BATA-Vorsitzende Donka Sokolova wirbt zudem mit dem Argument für ihre Idee, dass auf diese Weise Schwarzarbeit eingedämmt werden könne. Denn so würden Urlauber auf eine Rechnung bestehen, die sie anschließend beim Finanzamt einreichen könnten.